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Wie hilft TENS gegen Nackenschmerzen?
Verspüren wir Nackenschmerzen, nehmen wir oft unbewusst eine Schonhaltung ein, die die Beschwerden kurzfristig erträglicher macht. Doch diese Haltung ist meist unnatürlich und kann langfristig zu einer Fehlbelastung führen, die die Schmerzen weiter verstärkt.
Eine bewährte Methode zur Schmerzlinderung bei Nackenverspannungen und Entzündungen ist die TENS-Therapie. Neben der Wärmetherapie kann ein TENS-Gerät gezielt eingesetzt werden, um die Muskeln zu entspannen und die Schmerzen zu reduzieren [1].
TENS steht für Transkutane Elektrische Nervenstimulation. Dabei werden über Elektroden sanfte elektrische Impulse an die Haut geleitet, die:
- Schmerzsignale blockieren, bevor sie das Gehirn erreichen.
- Die Durchblutung anregen, was die Heilung fördert.
- Muskelverspannungen lösen, indem die betroffenen Bereiche stimuliert werden.
- Die Ausschüttung von Endorphinen fördern, die als natürliche Schmerzmittel wirken.
Diese Effekte machen TENS zu einer beliebten Methode zur Behandlung von akuten und chronischen Nackenschmerzen.
Elektrodenplatzierung bei Nackenschmerzen
Die richtige Platzierung der Elektroden ist entscheidend für eine effektive Behandlung.
Wo sollten die Elektroden angebracht werden?
Variante 1: Beidseitig neben der Wirbelsäule
- Eine Elektrode links, eine rechts auf der Nackenmuskulatur, etwa 2–3 cm von der Wirbelsäule entfernt.
- Besonders geeignet bei verspannter Nackenmuskulatur und Bewegungseinschränkungen.
Variante 2: Einseitig der Schulter
Eine Elektrode am oberen Nacken, die andere auf der Schulter derselben Körperseite.
- Empfehlenswert, wenn die Schmerzen in die Schultern ausstrahlen.
Variante 3: Kreuzweise Platzierung
- Zwei Elektroden links, zwei rechts – über Kreuz angeordnet.
- Wird oft bei starken Verspannungen und Schmerzen mit Ausstrahlung angewendet.
Wo sollten die Elektroden nicht angebracht werden?
- Direkt auf der Wirbelsäule
- Auf offenen Wunden oder gereizter Haut
- Auf der Vorderseite des Halses (Gefahr der Beeinflussung der Halsschlagader)
Dauer der TENS-Anwendung
Die Behandlungsdauer hängt von der Intensität und individuellen Verträglichkeit ab. Empfehlenswert ist:
- 15 bis 30 Minuten pro Sitzung
- Bis zu 3 Anwendungen pro Tag bei akuten Schmerzen
- Mindestens 2–3 Stunden Pause zwischen den Anwendungen, um die Muskulatur nicht zu überreizen
Für langfristige Verbesserungen kann TENS regelmäßig angewendet werden, jedoch sollte bei chronischen Schmerzen ein Arzt konsultiert werden.
Welche Intensität ist optimal?
Die richtige Intensität ist individuell verschieden. Sie sollte angenehm, aber spürbar sein:
- Sanftes Kribbeln: Ideal zur Muskelentspannung
- Deutlicheres Pulsieren: Effektiv zur Schmerzreduktion
- Starke Stimulation: Nur für erfahrene Anwender, darf nicht schmerzhaft sein
TENS sollte niemals Schmerzen verursachen. Falls es unangenehm wird, ist die Intensität zu hoch eingestellt.
Wie oft sollte TENS angewendet werden?
Die Häufigkeit der Anwendung richtet sich nach der Art der Beschwerden:
- Akute Nackenschmerzen: Bis zu 3-mal täglich für 15–30 Minuten
- Chronische Nackenverspannungen: 1–2 Anwendungen täglich über mehrere Wochen
- Vorbeugend: 2–3-mal pro Woche, um Verspannungen zu vermeiden
Bei regelmäßiger Anwendung kann sich eine langfristige Verbesserung einstellen.
Tipps für eine effektive TENS-Anwendung
✔ Haut vor der Anwendung reinigen, damit die Elektroden gut haften.
✔ Elektroden nach jeder Nutzung reinigen und regelmäßig austauschen, um Hautreizungen zu vermeiden.
✔ Während der Anwendung entspannen, um die Wirkung zu maximieren.
✔ TENS mit anderen Methoden kombinieren, z. B. mit Dehnübungen oder Wärmetherapie, um optimale Ergebnisse zu erzielen.
Wann sollte TENS nicht angewendet werden?
Obwohl TENS eine sichere Methode ist, gibt es Situationen, in denen die Anwendung vermieden werden sollte:
- Bei Herzschrittmachern oder Herzrhythmusstörungen, da elektrische Impulse das Herz beeinflussen können.
- Bei Epilepsie, um Anfälle nicht zu provozieren.
- Während der Schwangerschaft, ohne vorherige Rücksprache mit einem Arzt.
- Auf offenen Wunden oder gereizter Haut, um Hautirritationen zu vermeiden.
Falls Unsicherheiten bestehen, ist eine ärztliche Beratung empfehlenswert.
Wie schnell wirkt TENS bei Nackenschmerzen?
Die Wirkung kann individuell unterschiedlich sein:
- Manche Anwender spüren bereits nach wenigen Minuten eine Besserung.
- Bei anderen dauert es mehrere Anwendungen, bis eine deutliche Entspannung eintritt.
- Bei chronischen Beschwerden kann eine regelmäßige Nutzung über mehrere Wochen notwendig sein, um langfristige Erfolge zu erzielen.
Die besten Ergebnisse erzielt man durch eine Kombination aus TENS, Dehnübungen, ergonomischer Haltung und gezieltem Stressabbau.
Fazit: TENS als wirkungsvolle Hilfe bei Nackenschmerzen
TENS ist eine effektive Methode zur Linderung von Nackenschmerzen, wenn es richtig angewendet wird.
- Elektrodenplatzierung: Beidseitig neben der Wirbelsäule oder an Nacken und Schultern
- Dauer: 15–30 Minuten pro Sitzung
- Intensität: Angenehmes Kribbeln, aber nicht schmerzhaft
- Häufigkeit: Bis zu 3-mal täglich bei akuten Schmerzen, langfristig zur Vorbeugung
Bei richtiger Anwendung kann TENS dazu beitragen, Verspannungen zu lösen und Schmerzen zu reduzieren – eine bewährte Alternative oder Ergänzung zu anderen Methoden wie Wärmetherapie oder Dehnübungen.
Quellen:
[1] Maayah, M. (2010). Evaluation of Transcutaneous Electrical Nerve Stimulation as a Treatment of Neck Pain due to Musculoskeletal Disorders. Journal of Clinical Medicine Research, 127–136. https://doi.org/10.4021/jocmr2010.06.370e