TENS bei Ischias-Schmerzen: Elektrodenplatzierung, Intensität, Dauer & Häufigkeit

Sebastian Trimborn
Sebastian Trimborn

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Letzte Akutalisierung: March 16, 2025

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    Ischiasschmerzen sind oft stechend oder brennend und ziehen vom unteren Rücken über das Gesäß bis ins Bein. Ursache ist meist eine Reizung oder Einklemmung des Ischiasnervs, häufig durch einen Bandscheibenvorfall, Muskelverspannungen oder eine Fehlhaltung.

    Eine bewährte Methode zur Schmerzlinderung ist die Transkutane Elektrische Nervenstimulation (TENS). Dabei werden elektrische Impulse über Elektroden an der Haut abgegeben, um die Nerven zu stimulieren und Schmerzen zu lindern.

    Damit TENS effektiv wirkt, ist die richtige Elektrodenplatzierung, Intensität, Dauer und Häufigkeit entscheidend. Hier erfährst du, wie du die Therapie optimal anwendest.

    Elektrodenplatzierung bei Ischiasschmerzen

    Die Platzierung der Elektroden hängt davon ab, wo der Schmerz genau auftritt. Der Ischiasnerv verläuft vom unteren Rücken über das Gesäß bis ins Bein. Ziel der Elektrotherapie ist es, die schmerzenden Bereiche gezielt zu stimulieren.

    Empfohlene Elektrodenpositionen:

    ENS-Elektrodenplatzierung zur Schmerzlinderung: Variante 1 am unteren Rücken und Variante 2 entlang des Oberschenkels

    Variante 1: Elektrodenplatzierung im unteren Rückenbereich

    Diese Variante eignet sich besonders, wenn die Schmerzen im unteren Rücken und Gesäßbereich konzentriert sind.

    Platzierung der Elektroden:

    • Kanal 1 (rot): Zwei Elektroden werden links der Wirbelsäule im unteren Rücken angebracht.
    • Kanal 2 (blau): Zwei Elektroden werden rechts der Wirbelsäule im unteren Rücken angebracht.

    Vorteile dieser Platzierung:

    • Wirkt auf die Nervenwurzeln in der Lendenwirbelsäule, die oft die Ursache der Ischiasschmerzen sind.
    • Löst Verspannungen im unteren Rücken, die zur Nervenreizung beitragen können.
    • Unterstützt die Durchblutung und kann die Schmerzempfindlichkeit verringern.

    Variante 2: Elektrodenplatzierung entlang des Ischiasnervs

    Diese Variante ist ideal, wenn die Schmerzen vom Gesäß bis ins Bein ausstrahlen.

    Platzierung der Elektroden:

    • Elektrode 1: Eine Elektrode wird auf den Gesäßmuskel (Gluteus) gesetzt, in der Nähe des Ischiasnervs.
    • Elektrode 2: Eine zweite Elektrode wird weiter unten auf der Rückseite des Oberschenkels platziert, entlang des Schmerzverlaufs.

    Vorteile dieser Platzierung:

    • Behandelt gezielt den Ischiasnerv entlang seines Verlaufs.
    • Löst Verspannungen in Gesäß und Oberschenkel, die oft zur Nervenkompression führen.
    • Reduziert ausstrahlende Schmerzen, die bis ins Bein ziehen können.

    2. Elektroden für Schmerzen, die ins Bein ausstrahlen

    • Eine Elektrode auf das Gesäß (dort, wo der Schmerz beginnt).
    • Eine zweite Elektrode auf der Rückseite des Oberschenkels.
    • Eine dritte Elektrode in der Kniekehle.
    • Eine vierte Elektrode an der Wade oder am Außenknöchel.

    Diese Position folgt dem Verlauf des Ischiasnervs und kann dabei helfen, die Nervenaktivität zu regulieren und die Schmerzsignale zu reduzieren.

    3. Alternative Platzierung für beidseitige Ischiasschmerzen

    Falls Ischiasschmerzen auf beiden Seiten auftreten, können die Elektroden gespiegelt auf der linken und rechten Seite angebracht werden, wie auf dem Bild gezeigt. Dabei:

    • Eine Elektrode auf das Gesäß
    • Eine weitere Elektrode auf den hinteren Oberschenkel

    Diese Methode kann helfen, die Muskulatur zu entspannen und die Schmerzweiterleitung zu unterbrechen.

    Wichtige Hinweise zur Elektrodenplatzierung:

    • Die Elektroden sollten nicht direkt auf der Wirbelsäule oder auf offenen Wunden platziert werden.
    • Zwischen den Elektroden sollte immer ein Abstand von 2–5 cm bestehen.
    • Falls der Schmerz einseitig ist, platziere die Elektroden nur auf der betroffenen Seite.

    Intensität der TENS-Behandlung bei Ischiasschmerzen

    Die Intensität sollte individuell angepasst werden und darf keine Schmerzen verursachen.

    • Leichte bis mittlere Intensität für eine sanfte Stimulation des Ischiasnervs, besonders bei akuten Schmerzen.
    • Mittlere bis hohe Intensität bei starken, chronischen Schmerzen oder Muskelverhärtungen.
    • Maximale Intensität sollte nur verwendet werden, wenn sie angenehm bleibt. Muskelzuckungen sind ein Zeichen, dass die Intensität zu hoch ist.

    Die TENS-Wellen sollten als angenehmes Kribbeln oder Pulsieren empfunden werden, aber nicht schmerzhaft sein.

    Dauer der TENS-Behandlung bei Ischiasschmerzen

    Wie lange eine TENS-Sitzung dauert, hängt von der Schmerzintensität und der individuellen Verträglichkeit ab.

    • Eine Sitzung dauert in der Regel 20 bis 45 Minuten.
    • Bei akuten Schmerzen kann TENS bis zu drei Mal täglich angewendet werden.
    • Bei chronischen Beschwerden reicht oft eine bis zwei Anwendungen täglich.

    Die ersten Erfolge sind oft nach wenigen Anwendungen spürbar. Bei chronischen Beschwerden kann es jedoch einige Wochen dauern, bis eine deutliche Verbesserung eintritt.

    Häufigkeit der TENS-Anwendung

    Die Häufigkeit der TENS-Behandlung hängt davon ab, ob es sich um akute oder chronische Schmerzen handelt.

    Akute Ischiasschmerzen (z. B. durch plötzliche Überlastung)

    • Bis zu drei Mal täglich, mit Pausen von mindestens 30 Minuten zwischen den Sitzungen.
    • Sobald die Schmerzen nachlassen, auf ein bis zwei Sitzungen pro Tag reduzieren.

    Chronische Ischiasschmerzen (z. B. durch Bandscheibenvorfall)

    • Ein bis zwei Sitzungen täglich, um die Nervenaktivität langfristig zu beruhigen.
    • Nach vier Wochen regelmäßiger Anwendung eine Pause von einigen Tagen einlegen.

    Falls nach mehreren Wochen keine Besserung eintritt, sollte ein Arzt konsultiert werden, um weitere Behandlungsmöglichkeiten zu prüfen.

    Wann sollte TENS nicht angewendet werden?

    TENS ist in den meisten Fällen eine sichere Therapie, aber es gibt einige Ausnahmen. Die Anwendung sollte vermieden werden bei:

    • Herzschrittmachern oder anderen elektronischen Implantaten, da die elektrischen Impulse das Gerät stören könnten.
    • Schwangerschaft, insbesondere im Bauchbereich, da die Sicherheit nicht ausreichend erforscht ist.
    • Epilepsie, da elektrische Impulse Krampfanfälle auslösen könnten.
    • Offenen Wunden oder gereizter Haut an den Elektrodenstellen.

    Falls Unsicherheiten bestehen, ist es ratsam, vorher mit einem Arzt oder Physiotherapeuten zu sprechen.

    Fazit: TENS als effektive Hilfe bei Ischiasschmerzen

    TENS kann eine wirksame Methode zur Linderung von Ischiasschmerzen sein – vorausgesetzt, die Elektroden werden richtig platziert und die Anwendung erfolgt in der passenden Intensität und Häufigkeit.

    Zusammenfassung der wichtigsten Punkte:

    • Elektrodenplatzierung: Entlang des Ischiasnervs (unterer Rücken, Gesäß, Bein).
    • Intensität: Spürbar, aber angenehm (kein Muskelzucken).
    • Programm: Beim OrthoTens Kombi Reizstromgerät eignet sich besonders das Tiefengewebeprorgamm auf mittlere Intensität.
    • Dauer: 20 bis 45 Minuten pro Sitzung.
    • Häufigkeit: Zwei bis drei Mal täglich bei akuten Schmerzen, ein bis zwei Mal täglich bei chronischen Beschwerden.

    TENS ersetzt keine ärztliche Behandlung, kann aber eine wertvolle Unterstützung zur Schmerzlinderung sein.

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