Finja Köchling, Athletin von Eintracht Frankfurt, über Weitsprung, große Ziele und die richtige Regeneration

Mariami Gwischiani
Mariami Gwischiani

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Letzte Akutalisierung: September 14, 2026

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    Ein einziger Sprung dauert nur wenige Sekunden. Doch hinter diesen wenigen Sekunden steckt jahrelanges Training. Schnelligkeit, Explosivität, Technik und mentale Stärke müssen im richtigen Moment zusammenspielen.

    Für Finja Köchling von Eintracht Frankfurt gehört genau das zum Alltag. Die 21-jährige Weitspringerin konnte 2026 mit dem Titel der Deutschen U23-Meisterin ihren bislang größten sportlichen Erfolg feiern und sammelte auch bei der U23-Europameisterschaft bereits internationale Erfahrung.

    Doch wie entwickelt sich aus den ersten Versuchen in der Grundschule der Wunsch, den Sport professionell zu betreiben? Wie motiviert man sich für harte Trainingseinheiten und welche Rolle spielt die richtige Regeneration im Leistungssport? Finja gibt Einblicke in ihren sportlichen Weg, ihre Ziele und die Routinen, die ihr dabei helfen, langfristig leistungsfähig zu bleiben.

     

    Von der Grundschule zum Leistungssport

    Der erste Kontakt mit der Leichtathletik kam für Finja bereits in der Grundschule. Dort lernte sie auch den Weitsprung kennen und wollte die Sportart anschließend einmal im Verein ausprobieren. Besonders unterstützt wurde sie dabei von ihrer Mutter.

    „Sehr unterstützt und gefördert hat mich dabei meine Mama.“

    Dass aus dem anfänglichen Interesse irgendwann Leistungssport werden würde, war zu diesem Zeitpunkt allerdings noch nicht absehbar. Wirklich ernst wurde es für Finja erst einige Jahre später.

    Ein besonders prägender Wettkampf waren die Deutschen U20-Meisterschaften 2023 in Rostock. Finja gewann dort die Bronzemedaille und verpasste gleichzeitig nur knapp die Teilnahme an der U20-Europameisterschaft.

    Gerade diese Erfahrung wurde für sie zu einem wichtigen Wendepunkt.

    „Aus diesem Wettkampf habe ich enorm viel Motivation gezogen und beschlossen, dass ich den Sport professionell weiterverfolgen will.“

    Was zunächst in der Grundschule begann, entwickelte sich damit Schritt für Schritt zu einem immer größeren Bestandteil ihres Lebens. Drei Jahre später folgte schließlich der bisher größte Erfolg ihrer Karriere: der Titel der Deutschen U23-Meisterin 2026.

    Foto: Nico Leissner

    Der nächste Schritt

    Mit dem U23-Titel hat Finja bereits einen großen Meilenstein erreicht – doch ihre sportlichen Ziele gehen noch weiter. Für die kommende Saison möchte sie den nächsten Schritt machen und sich auch bei den Deutschen Meisterschaften der Aktiven weiter vorne etablieren.

    Ihr Ziel ist eine Medaille. Gleichzeitig möchte sie sich für die FISU Games in Südkorea qualifizieren. Dafür wird voraussichtlich auch eine neue persönliche Bestleistung notwendig sein.

    „Weitenmäßig werde ich dafür bestimmt eine 6,60 bis 6,65 Meter springen müssen, was ich mir aber für nächstes Jahr zutraue.“

    Langfristig geht der Blick noch weiter. Wie für viele Leistungssportlerinnen ist auch für Finja die Teilnahme an Olympischen Spielen ein großer Traum. Einmal Deutschland auf internationaler Ebene vertreten zu dürfen, wäre für sie ein besonderes Ziel.

    Trotzdem möchte sie ihre sportliche Entwicklung nicht ausschließlich an einzelnen Wettkämpfen oder bestimmten Weiten festmachen.

    „Ich möchte den Prozess genießen, mich immer weiter optimieren und jeden Tag ein Stück besser werden.“

    Gerade in schwierigeren Phasen hilft ihr diese Einstellung. Denn nicht jedes Training verläuft perfekt und nicht jede Saison entwickelt sich genau nach Plan. Wer den gesamten Prozess im Blick behält, kann auch dann weiterarbeiten, wenn ein kurzfristiges Ziel einmal nicht erreicht wird.

    Foto: Paul Grünewald

    Wie findet man Motivation?

    Frühes Training, schlechtes Wetter und schwere Beine gehören zum Alltag im Leistungssport. Die Motivation ist dabei nicht zwangsläufig jeden Tag gleich groß.

    Für Finja spielt deshalb ein anderer Faktor eine deutlich wichtigere Rolle: Disziplin.

    „Ich hinterfrage eigentlich nicht mehr, ob ich heute wirklich trainieren möchte oder nicht, weil ich ein klares Ziel vor Augen habe.“

    Anstatt jeden Morgen neu darüber nachzudenken, ob sie Lust auf die bevorstehende Einheit hat, orientiert sie sich an dem Ziel, auf das sie langfristig hinarbeitet.

    „Wenn man sich daran erinnert, wird einem sehr schnell wieder bewusst, wofür man die harten Einheiten in Kauf nimmt.“

    Gerade im Weitsprung ist diese Kontinuität wichtig. Die Disziplin verbindet verschiedene körperliche Fähigkeiten miteinander. Schnelligkeit im Anlauf, Explosivität beim Absprung und eine möglichst präzise Technik müssen regelmäßig trainiert und weiterentwickelt werden.

    Fortschritte entstehen deshalb nicht allein an besonders guten Tagen, sondern vor allem durch viele konsequent absolvierte Trainingseinheiten.

    Warum Erholung so wichtig ist

    Genauso wichtig wie das Training selbst ist für Finja die Regeneration danach. Besonders nach intensiven Einheiten versucht sie, ihrem Körper ausreichend Zeit zur Erholung zu geben.

    Im Trainingslager gehört für sie beispielsweise ein Saunagang zu den Maßnahmen, die sie gerne nutzt. Einen besonders hohen Stellenwert hat außerdem die physiotherapeutische Betreuung.

    „Die regelmäßige Betreuung hilft mir sehr dabei, meinen Körper langfristig belastbar zu halten.“

    Zusätzlich kommen verschiedene Tools zum Einsatz. Eines davon darf bei Finja praktisch nie fehlen: die Massage Gun.

    „Meine Massage Gun darf eigentlich nie fehlen. Die benutze ich gerne, um verspannte Muskeln zu lockern.“

    Auch eine Akupressurmatte gehört zu ihren bevorzugten Regenerationstools. Besonders einfache Hilfsmittel haben jedoch ebenfalls einen festen Platz in ihrer Sporttasche.

    Ihr persönliches Must-have ist ein Golfball oder eine kleine Blackroll. Beides nutzt sie vor allem, um ihre Füße auszurollen.

    Gerade für eine Weitspringerin sind die Füße bei Training und Wettkampf hohen Belastungen ausgesetzt. Sowohl beim schnellen Anlauf als auch beim Absprung wirken große Kräfte innerhalb kürzester Zeit auf den Körper. Entsprechend wichtig ist es, auch diese Bereiche in die eigene Regenerationsroutine einzubeziehen.

    Weitere Tipps zur Regeneration

    Wenn Finja einen einfachen Regenerationstipp nennen müsste, der ihrer Meinung nach häufig unterschätzt wird, wäre die Antwort eindeutig: Schlaf.

    „Schlaf wird meiner Meinung nach immer noch viel zu sehr unterschätzt.“

    Seit diesem Jahr beschäftigt sie sich deshalb noch intensiver mit diesem Thema. Mithilfe ihrer Fitnessuhr versucht sie, ihre Schlafqualität und Erholung besser im Blick zu behalten und dadurch ein genaueres Gefühl für ihren eigenen Körper zu entwickeln.

    Regeneration bedeutet für Finja aber nicht nur körperliche Erholung.

    Auch Zeit abseits des Sports spielt eine wichtige Rolle. Familie, Freunde oder sogar das Studium helfen ihr dabei, den Kopf freizubekommen und sich nicht rund um die Uhr mit Training und Wettkämpfen zu beschäftigen.

    „Ich denke, gerade die Kombination aus körperlicher und mentaler Erholung sorgt dafür, dass ich langfristig fit und motiviert bleibe.“

    Und auch Genuss gehört für sie dazu. Nach einem Wettkampf muss es deshalb nicht immer eine komplizierte Ernährungsroutine sein. Besonders gerne isst Finja Sushi oder generell asiatische Gerichte.

    Fazit

    Von den ersten Erfahrungen mit dem Weitsprung in der Grundschule bis zum Titel der Deutschen U23-Meisterin war es für Finja Köchling ein langer Weg.

    Ein entscheidender Moment waren die Deutschen U20-Meisterschaften 2023. Die Bronzemedaille und die knapp verpasste Qualifikation für die U20-Europameisterschaft gaben ihr die Motivation, den Sport professionell weiterzuverfolgen.

    Heute sind ihre Ziele noch größer. Eine Medaille bei den Deutschen Meisterschaften der Aktiven, internationale Wettkämpfe und langfristig möglicherweise sogar die Olympischen Spiele stehen auf ihrer Wunschliste.

    Dabei konzentriert sich Finja nicht ausschließlich auf das nächste Ergebnis. Für sie geht es vor allem darum, den eigenen Entwicklungsprozess zu genießen, konsequent zu trainieren und gleichzeitig auf die notwendige körperliche und mentale Regeneration zu achten.

    Denn gerade im Leistungssport entscheidet nicht nur, wie hart man trainiert, sondern auch, wie gut man sich davon erholt.