OrthoGun Spezial: Die 8 häufigsten Einsatzgebiete von Massagepistolen in der Physiotherapeutischen Praxis

Sebastian Trimborn

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OrthoGun Spezial:
Die 8 häufigsten Einsatzgebiete von Massagepistolen in der Physiotherapeutischen Praxis 


Von Dora Dickhoff, Physiotherapeutin aus München


Bereits seit einiger Zeit haben Massagepistolen einen triumphalen Einzug in die Wohnzimmer von Hobby- und Profisportler gefunden.


Die Möglichkeit, mit einer Massagepistole Muskelkater aktiv vorzubeugen, schmerzende Verhärtungen zu lösen und schneller zu regenerieren, ist für Athleten ein echter Mehrwert für Training und Wettkampf.   


Aus Physio Sicht kratzen wir mit diesen Indikationen allerdings gerade mal am äußersten Atom der therapeutischen Einsatzmöglichkeiten der Gun.


Denn insbesondere in den Händen eines erfahrenen Therapeuten kann eine Massagepistole tatsächlich zur sprichwörtlichen “Wunderwaffe” avancieren.


Doch bevor wir auf die häufigsten Einsatzgebiete der Massage Gun in der physiotherapeutischen Praxis im Detail eingehen, ein kurzer Recap, warum jeder Physio dieses kleine Helferlein in seinem Schrank haben sollte. 

 

Physiotherapeutin Dora Dickhoff

 

Warum es eine gute Idee ist, als Physio eine Massagepistole zu benutzen

Du arbeitest als Physiotherapeut noch ohne Gun und fragst Dich, wie genau Du von einer Massagepistole in Deiner Praxis profitieren kannst?


Die Antwort darauf ist zweischichtig.

 

Vorteile für die Therapie am Patienten


Bindest Du eine Massagepistole in Deine Therapie ein, kannst Du, gemeinsam mit Deinen Patienten, Therapieziele schneller und leichter erreichen. 

Insbesondere:

  • schnellere Regeneration
  • weniger Muskelkater
  • bessere Muskelheilung
  • weniger Schmerzen
  • mehr Beweglichkeit 

 

Außerdem kannst Du nach einer “hands off” Krankengymnastik noch ein paar Minuten “hands on” mit der OrthoGun am Patienten arbeiten. Nach einer aktiven Einheit freut sich Dein Patient sicherlich über eine kurze Lockerung der angestrengten Muskulatur…und kommt auch gerne wieder :-)

 

Vorteile für den Physiotherapeuten

Nicht nur Deine Patienten, auch Du selbst kannst von einer Massage Gun
profitieren. 


  • Überlegene Technik: Die Vibrationen, mit denen eine Massagepistole arbeitet, sind in dieser Geschwindigkeit per Hand gar nicht ausführbar.

  • Ressourcen Schonung: Weil sich der großflächig verteilte Druck von Deiner Hand auf die Pistole überträgt, entstehen keine extremen Belastungen an Deinen Fingergelenken (kaum Belastung des Daumengrundgelenks). Somit wird ein schneller Verschleiß Deiner Gelenkflächen vermieden.

  • Recharge: Nach einem anstrengenden Arbeitstag kannst Du in Eigenbehandlung die oberen Extremitäten mit der Pistole lockern und Dich so für den nächsten Tag wieder fit und leistungsfähig machen.

Vorteile für die Physio-Praxis

  • Portfolio: Mit der OrthoGun hast Du ein zusätzliches Tool bei der Therapieauswahl zur Verfügung

  • Image: Die neuartige & moderne Technik wird positiv von den Patienten aufgenommen

 

 

Die 8 häufigsten Einsatzbereiche der OrthoGun in der Physiotherapeutischen Praxis


Beachtet man ein paar Grundregeln, sind die Einsatzgebiete der Massagepistole in der Physiopraxis äußerst vielfältig.

Im Folgenden gehe ich detailliert auf jene Krankheitsbilder ein, für die es bereits sehr gute Erfahrungen mit der OrthoGun gibt:


#1 Rückenschmerz 


Wohl einer der häufigsten Beschwerden in der Physio-Praxis. 


So massierst Du mit der OrthoGun:

Starte mit dem Kugelaufsatz oder dem flachen Aufsatz.

Beginne mit der leichtesten Stufe und steigere langsam nach oben, während

Du Dich regelmäßig bei Deinem Patienten erkundigst, ob die Intensitätsstufe passt.


Ein weiterer Aufsatz, der gut für die Wirbelsäule geeignet ist, ist der U-Aufsatz. 

Der Proc. Spinosus bleibt dabei zwischen dem U und Du kannst von cranial nach caudal oder andersrum arbeiten.


Bei der HWS musst Du behutsam vorgehen und nur in der leichtesten Stufe und mit wenig Druck arbeiten.
 

Dauer:  Etwa 20 Minuten täglich für den gesamten Rücken, danach ist eine Rötung der Haut sichtbar - ein normales Zeichen der Mehr-Aktivierung des körpereigenen Heilungsprozesses,


CAVE: bei folgenden Symptomen darf KEINE Massage durchgeführt werden

  • Intensive, wandernde, pulsierende Schmerzen
  • Starke Mobilitätsprobleme/Lähmungserscheinungen/Taubheitsgefühle
  • Schwerwiegende Hämatome oder Wunden auf der Haut
  • Hohes Fieber
  • Permanentes Erbrechen, Schüttelfrost, heftige Schwindelattacken bis hin zur Bewusstlosigkeit
  • Herz-Kreislauf-Probleme, Herzrasen, Atemnot, Sehstörungen
  • Apathie, starker Anstieg oder Abfall des Blutdrucks, Wahrnehmungsstörungen
  • Infektionen


#2 Tractus iliotibialis Syndrom


So massierst Du mit der OrthoGun:


Positioniere den Patienten entweder in Rückenlage oder in Seitenlage mit einem Kissen zwischen den Knien.


Die Massage erfolgt von der Spina iliaca anterior superior zum Condylus lateralis tibiae, an das so genannte Gerdy-Höckerchen, oder auch andersherum.

Beim Tractus iliotiialis Syndrom eignet sich auch die Verwendung des Orthomechanik Massage-Öl sehr gut.


Vorsicht: nie direkt auf den Knochenpunkten starten, sondern immer auf den Weichteilen.

Du kannst entweder im Faserverlauf, oder quer zum Faserverlauf, massieren. Passe den Aufsatz je nach Intensität an. Der Kugelaufsatz ist softer, mit dem Stiftaufsatz kannst Du punktuell mehr Druck erzeugen.

Dauer: 8-20 Minuten

Die erste Einheit der Behandlung solltest Du etwas kürzer halten, um erstmal zu schauen, wie die Wirkung ist. Beim nächsten Mal kannst Du dann länger behandeln.

 

#3 Plantarfasziitis

So massierst Du mit der OrthoGun:


Der Patient befindet sich in Bauchlage, der Fuß ist unterlagert.


Die Plantaraponeurose entspringt am Fersenbein (Calcaneus) und strahlt V-förmig auseinanderlaufend in die Gelenkkapseln der Zehengrundgelenke und die Endsehnen der Zehenbeuger am Zehengrundgelenk ein.


Verwende dabei den Kugelaufsatz oder Stiftaufsatz für eine punktuelle Behandlung. 


Dauer: 3-8 Minuten, je nach Behandlungsergebnis und Patientenempfindlichkeit.


Zusätzlich kann segmental L5-S2 gearbeitet werden 

 


#4 Gastrocnemius Verhärtungen

So massierst Du mit der OrthoGun:


Der Ansatz erfolgt über die Achillessehne am Tuber calcanei des Fersenbeins.

Der Patient ist in Bauchlage, der Fuß entweder unterlagert oder hängt entspannt an Bankrand hinunter.

Wenn der Fuß an der Bankkante hängt, kannst Du eine Funktionsmassage machen: Fuß Dorsalextension bewegen (passives Bewegen) und gleichzeitig mit der Gun im Muskelverlauf massieren. Wie eine Dehnung der Wade mit einer gleichzeitigen Massage. 


Willst Du eine klassische, medizinischen Massage optimieren und gezielt ergänzen, kannst Du eine Funktionsmassage anwenden. Dabei werden der manuelle Kontakt und Gelenkbewegungen miteinander verbunden. Es erfolgt eine Muskelknetung oder Dehnstreichung parallel zur Faserrichtung bei gleichzeitiger Verlängerung des massierten Muskels. Die Wirkung basiert auf einer reflektorischen Entspannung der behandelten sowie der benachbarten Muskeln. 


Dauer: 10-20 Minuten 


Aufsatz: Kugelaufsatz

 

 

#5 Proximale Hamstring-Tendinopathie

So massierst Du mit der OrthoGun:


Massiere zunächst großflächig den gesamten Unterschenkel quer oder längs zum Muskelverlauf. Dann noch gezielt im Bereich des Os Ischii am Ursprung, mit einem schmaleren Aufsatz. 


Zusätzlich empfiehlt sich ein exzentrisches Training der Ischios. 


Dauer: ca 3-8 Minuten 


Aufsatz: Kugelaufsatz

 

 

#6 Das Thoracic-outlet-Syndrom 

So massierst Du mit der OrthoGun:

Setze am Processus coracoideus der Scapula an. Da es in diesem Bereich oft sehr empfindlich ist, beginnst Du am besten mit einem flächigen Aufsatz und steigerst langsam Druck und Aufsatz für mehr Power.


Massiere dabei quer oder längs zum Muskelverlauf


Dauer: 3-8 Minuten 


Zusätzliche Behandlungen:

  • Dehnung der Scalenii
  • Mobilisation 1te Rippe
  • Dehnung Brustmuskel
  • Alle Engpässe lösen 

 

#7 Tennisellbogen

So massierst Du mit der OrthoGun:

Angesetzt wird neben dem Epicondylus lateralis humeri dem Ursprung der Extensorsehnen. Nicht auf dem Knochen (!)


Behandle die Querfriktion mit dem schmalen Aufsatz der OrthoGun.


Dauer:  3-8 Minuten; 1x/Tag - je nach Schmerzempfindlichkeit.

Zusätzlich kann die gesamte Extensorengruppe des Unterarms mit dem Kugelaufsatz massageartig behandelt werden.

Zusätzliche Behandlungen:

Exzentrisches Training führt zu einer schnellen Schmerzlinderung und Wiederherstellung der Funktionsfähigkeit. 3x15 Wiederholungen am Tag. 

 


#8 Tendovaginits/ Flexor Digitorum Superficialis

Hintergrund: Bei einer Tendovaginitis ist das Sehnengleitgewebe entzündet.

Vor allem die Sehnen der Hände sind dafür sehr anfällig.


Spezielle Schienen oder Gipsverbände können helfen, indem sie zum Beispiel das Handgelenk oder den Daumen ruhig halten. Zusätzlich kann eine Physiotherapie – etwa mit leichten Dehnübungen und Massagen - indiziert sein.

So massierst Du mit der OrthoGun:

Am Unterarm mit dem Kugelaufsatz, an der Hand entweder flächiger Aufsatz oder mit dem kleinsten Aufsatz gezielt die Sehnen bearbeiten.

Dauer: 3-8 Minuten


Mein Fazit

Als Physiotherapeut hast Du mit einer Massagepistole ein modernes und kraftvolles Tool an der Hand, das Dich bei Deiner täglichen Arbeit in mehrerlei Hinsicht unterstützen kann.


So kannst Du Therapien optimieren, Deinen Patienten Abwechslung bieten und selbst Kräfte und Ressourcen sparen.


Neben der klassischen Sportlermassage, kann die OrthoGun in der Physio-Praxis auch gezielt bei Rückenschmerz, dem Tractus iliotibialis Syndrom, Plantarfasziitis, Gastrocnemius Verhärtungen, proximaler Hamstring-Tendinopathie, dem Thoracic-outlet-Syndrom , Tennisellbogen und Tendovaginits eingesetzt werden.



Weitere Tipps, Tricks und detaillierte Anleitungen zur Anwendung der OrthoGun findest Du exklusiv in der OrthoApp.